So wird Ihr Welpe stubenrein...

Nestbeschmutzung ist tabu:

Ein großer Pappkarton oder eine
Hundetransportbox können bei der Erziehung hilfreich sein. Legen sie eine kuschelige Decke und ein Kauspielzeug hinein. Sobald der Welpe müde ist, setzen sie ihn in das selbstkreierte Hundenest, er wird im Handumdrehen einnicken und ein zufriedenes Schläfchen halten.

Sobald er aufwacht, ist höchste Alarmstufe angesagt. Der Welpe verspürt nun einen natürlichen Drang, dem er auf dem Wohnzimmerteppich sicherlich hemmungslos nachgeben würde, aber keinesfalls in seiner gemütlichen Kuschelhöhle. Nun setzt lautes Jammern ein: Es gilt zu handeln.

Hinaus ins Freie: Sie schnappen sich den kleinen Quälgeist und setzen ihn genau dort ab, wo er sich erleichtern soll. Dabei ermuntern und loben sie ihn freundlich. Welche Worte sie hierfür wählen, ist eigentlich zweitrangig. "So ist es fein!"

- "Mach brav!", "Schön!"... 

Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, aber
wenn eine Entscheidung gefallen ist, sollten sie auch konsequent dabei bleiben, um keine Verwirrung zu stiften.

Nachts gehören Welpe und "Trainingskiste" ins Schlafzimmer. Sie haben richtig verstanden: Ins Schlafzimmer. Wenige Wochen alte Vierbeiner sind im Dunkeln nämlich gar nicht gern allein und sehnen sich nach der Nähe ihres Menschen. Außerdem ist nur so gewährleistet, dass sie das Jammern ihres Lieblings auch rechtzeitig hören, wenn plötzlich ganz fürchterlich die Blase drückt.


In flagranti erwischt: 

Ertappen sie ihren kleinen Frechdachs in flagranti,
wenn er sich gerade mal wieder am unschuldigen Bodenbelag vergeht, rügen sie den Missetäter mit fester Stimme. "Pfui ist das!" oder ein einfaches "Nein!" bewirken mehr als minutenlange Schimpfkanonaden, die der kleine Freund ohnehin nicht versteht. Außerdem klemmen sie sich den Übeltäter unter den Arm und tragen ihn schnurstracks hinaus ins Freie. Dort setzen sie ihn an gewünschter Stelle ab und fordern ihn mit dem zuvor festgelegten Hörzeichen dazu auf, sein Geschäft nun fortzusetzen.

Verzichten sie auf brachiale Erziehungsmethoden, die dazu raten, das Näschen des Kleinen in das Pfützchen zu drücken oder den Hund verbal "so richtig runter zu putzen" . Sie werden dadurch nur eines erreichen: eine tiefe Verunsicherung des unreifen Vierbeiners.


Essig und Orangenduft: 

Wenn sie nach den beschriebenen Methoden vorgehen,
wird ihr Welpe sicher früher oder später stubenrein werden. Man darf lediglich nicht die Geduld verlieren und muss sich einige Wochen lang dazu zwingen , das "Kistentraining" mit aller Konsequenz durchzuziehen. Wichtig ist auch, dass Pfützchen mit größter Sorgfalt entfernt werden. Auch mehrere Tage alte "Urindüfte" verleiten unsaubere Welpen dazu, sich immer wieder aufs neue an der selben Stelle zu erleichtern. Essigwasser und Wasser mit Orangenessenzen ( Aromaöl o. ä. ) sind hervorragend dazu geeignet, auch die letzten verführerischen Duftmarken zu beseitigen und die begierige Hundenase in die Irre zu führen. Falls es sich bei dem missbrauchten Lieblingsplatz allerdings um einen empfindlichen Teppich handelt, sollte man die Reinigungstinktur erst an einer unauffälligen Stelle testen und überprüfen, ob vielleicht Flecken entstehen.


Hunde lernen nie aus:
 

Stubenreinheit ist ein Thema, das in erster Linie
Welpen anzugehen scheint. Dabei gibt es aber auch ausgewachsene Hunde, denen öfter einmal etwas daneben geht. Ist dies bei ihrem Hund der Fall, sollten sie ihn unbedingt dem Tierarzt vorstellen, um sicher zu stellen, dass keine Erkrankung vorliegt. Denn auch eine gesundheitliche Störung kann ein Grund für Unsauberkeit sein. 

Wurde eine medizinische Ursache definitiv
ausgeschlossen, geht es an die gezielte Verhaltenstherapie. Gehen sie bei einem erwachsenen Vierbeiner ganz genauso vor wie bezüglich des Welpen beschrieben wurde.

Das "Kistentraining" erweist sich auch bei ausgereiften Ferkelchen als überaus effektiv. Bei einem ausgewachsenem Hund, der sich vielleicht über Monate oder Jahre hinweg eine lästige Verhaltensweise angewöhnt hat, kann es allerdings deutlich länger dauern bis sich endlich ein sichtbarer Erfolg einstellt, als bei einem Welpen.


Autor/in: Irma Weidner

Quelle:  Zeitschrift HUNDE WELT ( www.hunde-welt.de ) Ausgabe
3/ 2002 

Für uns entdeckt, abgetippt und mit dem Verlag gesprochen: Regina Obermeier