Ein neues Zuhause für "Isolde" und Co. 

18.06.2003


Vor letzten Weihnachten hat uns die Rosi gefragt, ob wir ihre vier Hasen bei uns zum Überwintern aufnehmen können.
Fast zeitgleich haben wir die "Isolde" bei uns aufgenommen - die Deutsche Riesin kam zu uns in einem viel zu kleinen Hasenkäfig, so dass auch für sie ein Platz geschaffen werden musste. Also entschieden wir uns eine Konstruktion mit zwei Etagen: eine für die Isolde und eine für die vier Zwerghasen. Aus dem vorhandenen Holz, einigen dazu gekauften Platten und der "Spende" vom Kurt haben wir in knapp zwei Tagen die Arbeit vollendet.

Die den Hasen zur Verfügung stehende Grundfläche war 190 mal 90 cm (1,7 qm) pro Etage. Da es mein erster Hasenstall war, sind mir logischer Weise beim Bau Fehler unterlaufen:
- die Leimholzplatten für die Böden habe ich nur ein mal mit dem Bootlack lackiert, so dass die Beständigkeit gegenüber dem Urin nicht sonderlich gut war
- an den Stoßflächen Boden/Seitenwände konnte der Urin an den Wänden entlang abfließen und so trug "Isolde" zur Verschmutzung der unteren Etage bei.

Da der Hasenstahl in der beheizten Werkstatt stand, habe ich auf Isolierung verzichtet.

Als wir dann noch weitere zwei Zwerghasen und zwei Meerschweinchen aufnehmen mussten, wurde von uns der Entschluss gefasst, ein Hasenstahl im Freien zu bauen. An dieser Stelle bedanken wir uns bei Marion und Andres für die Anregungen und die "Besichtigungstermine". Wie sie, wollten wir zunächst ein fertiges Gartenhäuschen kaufen, haben diesen Plan angesichts der hohen Preise und mangelnder Angebote verworfen. So entschieden wir uns für eine eigene Konstruktion die:

- schnell realisierbar ist
- genügend Raum bieten sollte (Grundfläche:180 x 180 cm + zwei Etagen)
- hoch genug ist, dass man drinnen Stehen konnte
- eine Quarantäne ermöglichte
- kleinen Lagerplatz für Futter bereitstellte
- eine Trennung der Tiere möglich machte (bei unverträglichen Hasis)
- eine ganzjährige Unterbringung gestattete
- eine leichte Reinigung und Versorgung der Tiere ermöglichte
- einen aus- und einbruchsicheren Freilauf beinhaltete
- und residenter gegenüber den Verdauungsrückständen der Hasen sein sollte

Der Platz im Garten war schnell ausgemacht: neben dem Hundezwinger, unter dem Flieder. Die Konstruktionselemente ebenfalls: Einschlaghülsen (2,8 € / Stück) und Gartenbaukanthölzer (7x7 cm; 4,5 €/Stück). Die Außenwände sollte aus Nut und Feder (NF) Brettern (19 mm) und der Innenbereich aus Spannholzplatten (V100) gebaut werden - dazwischen die Isolierung aus 6 cm Styropor (Das Prinzip hat sich bei den von mir für das Straubinger Tierheim gebauten Hundehütten im letzten Winter als erfolgreich erwiesen). Der Freilauf sollte zumindest im unteren Bereich einbruchsicher werden, damit unsere drei Hunde sich die Zähne ausbeißen sollten - falls sie hinein wollten.




Der ideale Standort: Sonne und Schatten


Innenansicht

Für die Befestigung der Bodenträger habe ich stärkere Winkel in die Einschlaghülsen eingehängt und diese mit den Kanthölzern (6x8 cm) verschraubt. Die Bodenplatte ist auf beiden Seiten mit NF-Brettern belegt - unten mit Bitumenanstrich und oben zweifach lasiert und zweifach mit Bootslack lackiert; Dazwischen 6 cm Styropor.



Im Bild sind die Sperrholzplatten und das fertige Dach sichtbar.

Der Innenausbau erfolgte wie auf dem Bild zu sehen: zuerst die isolierte Decke und dann die gegenüber liegenden Seitenwände. Anschließend die restlichen zwei Wände, die nur den Ausschnitt für den Eingang beinhalteten.




Die Grundkonstruktion steht - noch vor dem Regen.

Hasen graben - große Hasen graben mehr. Zumindest haben wir uns das so vorgestellt und deshalb wurden zwischen den Einschlaghülsen Betonrandsteinplatten eingegraben (30 cm x 100 cm) - rechts unten im Bild. Alternativ kann man einen Spalt graben und betonieren (hätte ich geahnt wie viele Wurzeln dort sind, wählte ich wohl das Betonieren).

 


Die Stoßkanten wurden mit Aquariensilikon versiegelt.

Beim Innenausbau ließen wir unsere Erfahrungen mit dem ersten Hasenstall einfließen und die Fugen mit Aquariensilikon versiegelt (Meerwasserbeständig und Algenfest) - bin gespannt, wie sich das in der Praxis bewährt. Alternativ hätten wir eine Edelstahlwanne machen können, wurde uns aber vom Fachmann abgeraten.


Der erste Tag nach dem Umzug.

Die Böden der drei Etagen sind aus speziellem witterungsbeständigem Leimplatten gefertigt - diese sind sehr teuer und sollten genau abgemessen gekauft werden. Das Gitter haben wir relativ günstig beim Draht Plank gekauft - die Qualität der Ware und das Personal sind dort einfach hervorragend (Kunde=König). Es gibt sie in allen möglichen Ausführungen (Maschenweiten), so dass wir unseren gesamten Bedarf dort decken konnten. Die Gitter in den Etagen sollen verhindern, dass einer der Hasen mal in Panik runter springt und womöglich einen der Meerschweinchen "trifft" (die Isolde wiegt 6,5 kg). Die zweite Etage ist auf diesem Bild noch nicht fertig gestellt - man kann aber gut erkennen, dass sie leicht gesperrt/isoliert werden kann (Treppe entfernen und drauf legen).

Noch ein Hinweis zur Tür: die Eingangstür schwingt nach außen, so dass beim Öffnen die Gefahr besteht, dass einer der Tiere entwischen kann. Also haben wir bei Marion und Andreas abgekupfert und eine zusätzliche nach innen aufgehende Tür montiert (ein mit Hasendraht bespannter Rahmen). So kann man gefahrlos mal kurz rein schauen und die Tiere mit Wasser, Futter und Heu versorgen. Auch nicht zu sehen ist eine Lüftungsöffnung im oberen Bereich des Stalls, die im Sommer geöffnet und im Winter geschlossen werden kann (ca. 10 cm x 40 cm).

Zur Zeit arbeiten wir noch an der Stromversorgung: Licht und Heizung für den Winter.



Der noch nicht ganz eingerichtete Freilauf ...



... wird trotzdem sehr gern angenommen.

Die in der rechten Ecke sichtbare Verkleidung wird im Laufe der Zeit durch Sträucher ersetzt werden.
Sie soll provisorisch verhindern, dass die Tiere überall durch unsere Hunde gestört werden können.

Der Aufwand: zwei Wochen Urlaub. Die Kosten: ???  Die Motivation: Tierliebe.  Der Lohn: zu besichtigen....

Und das nächste mal stelle ich Euch die Bewohner vor.

18.05.2003, robert.ch